... über uns

"Sartañani" Ist ein Aymara-Wort und heisst so viel wie "Zusammen unterwegs". Das Volk der Aymara lebt im Hochland von Bolivien und Peru, rund um den Titicacasee.

SARTAÑANI besteht aus zwei Textilhandwerkgruppen, in der Frauen und Männer aus verschiedenen Quartieren am nördlichen Stadtrand von El Alto arbeiten. Mit dem Lohn können die Frauen und Männer ihre Familien unterstützen. Mit verschiedenen Workshops, die die Gruppen anbieten, werden die Frauen und Männer weitergebildet.

 

El Alto ist die Armenvorstadt von La Paz, dem Regierungssitz von Bolivien. Die Bevölkerung im nördlichen Teil der Stadt "Alto Lima" genannt, ist sehr arm. Laut Statistiken leben über 80% der Menschen dort mit weniger als 1US$ pro Tag. Deshalb sind die Arbeiterinnen und Arbeiter froh, bei SARTAÑANI ein Auskommen zu haben, das ihnen hilft ihre Familien über Wasser zu halten. Die Frauen und Männer arbeiten vor allem vormittags, wo ihre Kinder in die Schule gehen. Am Nachmittag sind sie zu Hause und können so bei ihrer Familie sein.

 

SARTAÑANI ist aber noch mehr. Vom Erlös der Produkte wird auch die Krankenkasse der Gruppen und das Leben der ganzen Gemeinde (Comunidad) finanziell unterstützt. Wer in den Quartieren in finanziellen Nöten ist, sei es durch eine Krankheit, einen Unfall oder durch einen Todesfall, kann die Gruppe anfragen - sie unterstützen die Menschen vor Ort.

SARTAÑANI wurde 1998 durch die "Missionare" aus Deutschland und der Schweiz gegründet. Zuerst hatte SARTAÑANI eine starke Verbindung mit der Kirche San Mateo - einer kleiner Kapelle der grossen Pfarrei San Lucas. Inzwischen wurde ein Verein gegründet und SARTAÑANI hat einen rechtlichen Status in Bolivien.

 

                                                                                    

DIE GESCHICHTE VON SARTAÑANI

Im Jahr 1997 begann die Familie Aperdannier im Auftrag der BMI (Bethlehem Mission Immensee) im Quartier einen Freiwilligeneinsatz im Bereich der Sozialpastoral. Imke Aperdannier organisierte im Quartier zusammen mit "Pacha Mama", einer einheimischen NGO für Frauen, Kurse in Stricken, Pollereria (Nähen der typischen Röcke) und noch mehr. Daraus entstand bereits 1998 die Strickgruppe. 2000 belegte Imke Aperdannier im Heimaturlaub in Deutschland einen Filzkurs und begann - zurück in Bolivien - mit einigen Frauen zu filzen. Was zuerst nur ein Versuch war, gründete am 1. Mai 2001 in der Filzgruppe SARTAÑANI. Die beiden Gruppen wurden 2002 unter Franziska Schilliger (auch BMI) gestärkt und Martina Jauch Pfister (BMI) arbeitete 2003 bis 2006 an dem Übergang in die "Unabhängigkeit".

 

Seit September 2006 ist keine BMI-Fachperson mehr vor Ort. Die Gemeinde San Mateo und auch SARTAÑANI liefen unter einheimischer Führung weiter.

Der Pfarrer vor Ort hat den Gruppen die Rückendeckung entzogen, so dass die Gruppen ausserhalb der Kapelle arbeiten mussten. Zuerst kamen sie im Privathaus einer Filzfrau unter, was nicht befriedigend war. Im Jahr 2012 reichte der Administrator Gualberto Zegarra Statuten und Reglement ein, damit SARTAÑANI juristische Person wird.

 

Durch die Unterstützung von verschiedenen Personen und Organisationen, hauptsächlich aus Holland, Deutschland und der Schweiz konnte 2012 ein Grundstück erworben werden und in den folgenden drei Jahren entstanden die Räumlichkeiten für SARTAÑANI. Die Idee ist, dass schon bald eine Kinderkrippe eröffnet werden kann. SARTAÑANI unterstützt weiterhin die Aktivitäten der Quartiere.


Der Markt in Bolivien ist mit Textilhandwerk, vor allem Gestricktem mehr als gesättigt. Aber auch die Filzgruppe verkauft immer weniger im Laden in La Paz, da inzwischen vier weitere Gruppen im gleichen Laden angeschlossen sind. Der Absatz vor Ort genügt kaum, um die Kosten von SARTAÑANI zu bezahlen. Deshalb organisieren wir (Martina Jauch Pfister & Felix Pfister-Jauch) seit unserem Einsatzende 2006 den Vertrieb in der Schweiz (Europa). Wir (und einige HelferInnen) arbeiten auf freiwilliger Basis, deshalb garantieren wir, dass der gesamte Erlös nach Bolivien gelangt. Mit dem Kauf unterstützen Sie mehrere Familien, sowie eine Gemeinschaft und mehrere Quartiere in El Alto.

 

Im Moment arbeitet der Administrator Gualberto Zegarra daran, dass die beiden Gruppen vom Staat ofiziell anerkannt werden. Er hat Statuten und Reglement erarbeitet, die im August 2012 eingereicht wurden, damit SARTAÑANI juristische Person wird.

 2011 hat SARTAÑANI Filz an verschiedenen Austellungen teilgenommen, wobei sie eine Auszeichnung erhalten haben. Diese zeigt, dass SARTAÑANI bolivianisches Handwerk herstellt.

 

SARTAÑANI  2012 bei unserem Besuch. Im Moment sind vier Frauen der Filzgruppe ebenfalls am Stricken.